Arzt -CME: Management der Regurgitation bei Säuglingen

CME-Fortbildung-Management der Regurgitation bei Säuglingen

Wiederkehrendes Aufstoßen/Spucken (Regurgitation) und ggf. Erbrechen stellen in der pädiatrischen Praxis häufig ein Problem dar. In dieser Fortbildung werden evidenzbasierte Empfehlungen zur Behandlung von Säuglingen mit Regurgitation vorgestellt.
Während ein Gastroösophagealer Reflux (GÖR, englisch GER) gekennzeichnet ist durch das unwillkürliche Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre, meint Regurgitation das weitere Herausfließen der Nahrung über die Speiseröhre hinaus in Rachen und Mund. Dies wird als Aufstoßen oder Spucken bezeichnet. Sogenannte Spuck- oder Speikinder sind unter Säuglingen häufig: rekurrierende Regurgitation oder Spucken kommt bei zwei Drittel aller 4 Monate alten Säuglinge vor; im Alter von 12 Monaten sind nur noch 5% aller Kinder betroffen.
In den ersten Lebensmonaten kommt es aufgrund des nur kleinen Fassungsvermögens von Magen und Speiseröhre sowie des noch unreifen unteren oesophagealen Sphincters, der „Refluxbarriere“, zum Regurgitieren. Ohne weitere assoziierte Symptome ist die Regurgitation im Säuglingsalter ein physiologisches Phänomen ohne Krankheitswert, welches im Lauf des ersten Lebensjahres normalerweise verschwindet.
Bei wiederkehrender Regurgitation mit/ohne Erbrechen sollte gemäß der Leitlinien der US-amerikanischen und der europäischen Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (NASPHGHAN/ESPGHAN) eine gründliche Anamnese durchgeführt werden, um einen GÖR auszuschließen. Nahrungsverweigerung, Gewichtsverlust oder Gedeihstörung, vermehrtes Schreien sowie ein ständig reizbarer Säugling deuten möglicherweise auf andere gastrointestinale, neurologische, metabolische, endokrinologische, renale oder kardiale Störungen hin. Macht das Kind nach eingehender Anamnese, abgesehen vom häufigen Spucken, einen gesunden Eindruck und weist auch keine Warnsymptome auf, kann die Diagnose einer „unkomplizierten rezidivierenden Regurgitation“ gestellt werden, es liegt ein sogenannter „Happy Spitter“ vor. Die praktische Empfehlung ist in diesem Fall, das Stillen fortzusetzen, Überfütterung zu vermeiden und – bei Säuglingsnahrung – eventuell eine spezielle, dickflüssigere, sog. AR-Formulanahrung, zu füttern.
Ziel dieses Vortrags ist es, ein leitliniengerechtes und dabei praktikables, diagnostisches und therapeutisches Schema für Fachpersonen vorzustellen, welche Säuglinge mit Regurgitation betreuen.
Themen: Definition Regurgitation, Prävalenz im Säuglings- und Kindesalter, typische Symptome, Anamnese, Warnhinweise, die einer Abklärung bedürfen, Differentialdiagnostik bei Säuglingen und Kindern mit Spucken/Erbrechen (u.a. bei Verdacht auf Kuhmilchproteinallergie), Symptome eines komplizierten GÖRs, Therapieoptionen, aktuelle Datenlage zum Einsatz von Andickungsmitteln und AR- Säuglingsnahrung, Vorstellen der aktuellen Leitlinien der NASPGHAN/ESPGHAN und praktische Empfehlungen zur Umsetzung.

Akkreditierung für Hebammen


Die Fortbildung gehört zum Bereich „Wochenbett“.
Die Unterrichtseinheiten (UE) umfassen: 1 UE (1 UE = 45 Min).