Live Webseminarreihe zu medizinischem Cannabis von Februar bis April 2022.


Die Verordnung von medizinischem Cannabis, Cannabisblüten und -extrakten sowie von cannabisbasierten Arzneimitteln ist seit mehr als vier Jahren in Deutschland auf Rezept möglich. Im Jahr 2022 steht die finale Auswertung der gesetzlich geforderten Begleiterhebung an. Etwa zwei Drittel der 10 000 dort dokumentierten Patientinnen und Patienten berichten über positive Effekte nach einem Jahr Behandlung. Daher stellen Experten in fünf Live-Webinaren Prof. Nadstawek, Prof. Flachenecker, Prof. Buhmann und Frau Hilker unterschiedliche Einsatzgebiete sowie die klinische Datenlage vor:



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In Deutschland sind derzeit drei synthetische Cannabinoide zur Behandlung zugelassen, und weitere cannabisbasierte Präparate auf dem Markt. Studienbasierte Datensätze zur Wirksamkeit umfassen teilweise eine kleinen Patientenkreis. Daraus resultiert eine gewisse Verunsicherung bei der Sinnhaftigkeit einer Verordnung je nach Indikation.

Aufgrund begrenzter Evidenz zum therapeutischen Einsatz von Cannabis und Cannabinoiden bleibt Unsicherheit darüber, welche Indikationen sinnvoll und sicher behandelt werden können. Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis können verwendet werden, um Spastik bei Multipler Sklerose, chemotherapiebedingter Übelkeit und einigen Formen von Epilepsie im Kindesalter anzuzeigen. Es ist jedoch bekannt, dass Cannabinoide auch gegen andere Erkrankungen wie Krebsschmerzen, chronische neuropathische und nicht krebsbedingte Schmerzen, Appetitlosigkeit und Kachexie bei einer HIV-Infektion wirksam sind. Mit Änderungen der Kostenregelungen im Sozialversicherungsgesetz kann Cannabis seit 2017 unter bestimmten Voraussetzungen unabhängig von genau definierten Indikationen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden. .

Medizinisches Cannabis, Cannabisblüten und -extrakte sowie Arzneimittel auf Cannabisbasis sind in Deutschland seit mehr als vier Jahren auf dem Markt. Im Jahr 2022 soll die abschließende Begutachtung der gesetzlich vorgeschriebenen Begleituntersuchung durch alle Medizinalcannabis verschreibenden Ärzte erfolgen. Etwa zwei Drittel der 10.000 dokumentierten Patienten berichteten über positive Ergebnisse nach einem Behandlungsjahr. Bei der Verschreibung von medizinischem Marihuana herrscht jedoch große Unsicherheit – insbesondere aufgrund unklarer Beweise oder Vorbehalte gegenüber der Behandlung. So wurden im Webinar aktuelle wissenschaftliche Daten zum Einsatz von Cannabis-haltigen Präparaten zur Behandlung verschiedener Erkrankungen diskutiert.

In fast 70 Prozent der Fälle war das Symptom „Schmerz“ die häufigste Indikation für die Verschreibung von Cannabisarzneimitteln. Cannabisblüten, synthetisches THC und Vollspektrumextrakte mit standardisiertem THC- und/oder CBD-Gehalt können verschrieben werden. Grundsätzlich können die Fertigarzneimittel Nabiximols und Nabilon auch außerhalb zugelassener Indikationen eingesetzt werden. Die genaue Rolle von Cannabinoiden bleibt Gegenstand zahlreicher Studien, aber Übersichtsarbeiten zeigen, dass Cannabinoide eine überwältigend positive (wenn auch schwache) Wirkung bei der Behandlung chronischer Schmerzen haben. Die Schmerztherapie erfordert einen pragmatischen Ansatz, auch wenn die Umstände der einzelnen Indikation sehr unterschiedlich bleiben.

Die Vorträge befassen sich mit Themen wie Wirksamkeit, Formulierungsauswahl und Techniken zur Einleitung der Behandlung. Weitere Themen sind die Verträglichkeit und Sicherheit von Cannabis und Cannabinoiden in der (komplementären) Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzindikationen. Die Vorlesungen werden durch zahlreiche Fallstudien unterstützt.

 


Veröffentlich am: Januar 25, 2022 ollo