Online-Angebot für zertifizierte Fortbildung zum Fachbereich: DGAKI

DGAKI

Leitlinien für Diagnostik und Therapie:
Allergologie und klinische Immunologie

Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) erstellt und aktualisiert zu wichtigen Themen medizinisch-wissenschaftliche Leitlinien. Sie sollen Ärzten die Entscheidungsfindung in bestimmten Situationen erleichtern und beruhen auf aktuellen Erkenntnissen und in der Praxis bewährten Verfahren. Dadurch sorgen sie für mehr Sicherheit in der Allergologie, berücksichtigen aber auch ökonomische Aspekte.

Spannende Kursinhalte für Ärzte und Fachärzte.

Haben Sie weitere Fragen zu unseren Kursen?
Simone Rodenbücher
Junior Digital Media Managerin
eMail schreiben
Telefon: +49 9134 2290930

Thema: dgaki in der CME-ONLINE FORTBILDUNG

Aktuelle Fortbildungen nach dem Thema: dgaki sortiert.

CME-Punkte kostenlos | Zertifizierte Fortbildung für Ärzte Logo Weiterführende Themen:

DGAKI
leitlinien-dgaki

Prof. Dr. med. Thomas Werfel
  Ärztlicher Leiter

Prof. Dr. med. Thomas Werfel

Facharzt für Dermatologie Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

CME-Veranstalter

Cogitando GmbH

Finanzieller Förderer

Konzept Gesundheit - 300 Euro - Akkreditierung

Zertifiziert bisSamstag 15 Oktober 2022
Zertifiziert durch Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
CME-Punkte 4 -
Berufsgruppe Arzt
AutorenProf. Dr. med. Thomas Werfel / Prof. Dr. med. Wolfgang Uter
CME-Veranstaltungstyp
Qualifizierung durch Lernerfolgskontrolle
CME-Fortbildung für die Fachbereiche
Kosten Kostenfrei
CME-FortbildungspartnerCogitando GmbH
4

Bitte melden Sie sich an um das CME zu bewerten.

CME Views: 61

Ø 0 ( votes )

Allergisches Kontaktekzem – Ausgewählte Literatur aus 2019/2020

In dem hier vorgelegten Übersichtsartikelwerden werden ausgewählte Publikationen aus dem Zeitraum 2019 – 2020, die aus Sicht der Autoren von besonderem klinischen Interesse sein könnten, zusammengefasst. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Anders als in klassischen Übersichtsarbeiten wird auch kein einleitender, umfassender Überblick des Krankheitsbildes gegeben, sondern es werden die Arbeiten sozusagen „in medias res“ mit ihren Hauptergebnissen vorgestellt und möglichst praxisnah kommentiert. Unter anderem werden „Highlights“ aus Studien zu Kontaktallergenen aus der Standardreihe sowie aus Spezialblöcken zur Epikutantestung, zu Kontaktallergien mit besonderen Lokalisationen und klinischen Manifestationen und zu Aspekten in der Berufsdermatologie vorgestellt.
Die Publikationsserie soll im nächsten Jahr mit Highlights der Literatur aus 2020 – 2021 fortgesetzt werden.

Zur Epikutantestung Leitliniengerechte Diagnostik, Interferenzen von Medikamenten inklusive Dupilumab In einer aktuellen Übersicht wurde mit Bezug auf die S3 Leitlinie zur Epikutantestung (AWMF-Register Nr. 013-018 [1], die bereits 2019 publiziert wurde, die Diagnostik der Kontaktallergie in der Praxis zusammengefasst [2]. Hiernach sollen möglichst immer die Standardreihe, ggf. gezielt Spezialreihen und Testpräparate, die aus patienteneigenen Kontaktsubstanzen hergestellt werden, getestet werden. Es wird in der Arbeit auch mit Bezug auf die Leitlinie auf Interferenzen von Begleitmedikationen hingewiesen, die Zum Zeitpunkt der Erstellung der Leitlinie gab es noch keine publizierte Studie zu möglichen Interferenzen zwischen der Behandlung mit Dupilumab und Epikutantestreaktionen. Dieses ist durchaus von klinischem Interesse, da bei atopischer Dermatitis (AD) eine zusätzliche, manchmal nicht sicher abgrenzbare, allergische Kontaktdermatitis bestehen kann. In einer retrospektiven Auswertung von 48 Patienten mit AD, die mit Dupilumab behandelt wurden, wurden die Ergebnisse von Epikutantestungen, die vor und unter der Therapie mit dem Biologikum durchgeführt wurden, mit der Prävalenz einer klinisch relevanten allergischen Kontaktdermatitis in dieser Patientengruppe verglichen [3]. Unter der Behandlung mit Dupilumab war der Anteil an positiven Testreaktionen im Vergleich zu den erzielten Ergebnissen vor Beginn der Behandlung um ca. 10% (13/125) reduziert. 32 von 35 (91%) mittels Epikutantest unter Dupilumab positiv getestete Patienten hatten auch klinisch eine zusätzlich zur AD manifeste allergische Kontaktdermatitis. Durch Meidung der unter Dupilumab identifizierten Kontaktallergene erlebten 92% der Patienten eine klinische Verbesserung.

 

[1] Mahler V, Nast A, Bauer A, Becker D, Brasch J, Breuer K, Dickel H, Drexler H, Elsner P, Geier J, John SM, Kreft B, Köllner A, Merk H, Ott H, Pleschka S, Portisch M, Spornraft-Ragaller P, Weisshaar E, Werfel T, et al. S3 guidelines: Epicutaneous patch testing with contact allergens and drugs – Short version, Part 1. J Dtsch Dermatol Ges. 2019; 17: 1076-1093.
[2] Dickel H, Mahler V. Leitliniengerechte Diagnostik der Kontaktallergie in der Praxis. Hautarzt. 2020; 71: 182-189.
[3] Raffi J, Suresh R, Botto N, Murase JE. The impact of dupilumab on patch testing and the prevalence of comorbid allergic contact dermatitis in recalcitrant atopic dermatitis: A retrospective chart review. J Am Acad Dermatol. 2020; 82: 132-138

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten


Dr. med. Stephan Traidl
  Ärztlicher Leiter

Dr. med. Stephan Traidl

Assistenzarzt Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

CME-Veranstalter

Cogitando GmbH

Finanzieller Förderer

Konzept Gesundheit - 300€ - Akkreditierung

Zertifiziert bisSonntag 11 September 2022
Zertifiziert durch Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
CME-Punkte 4 -
Berufsgruppe Arzt
AutorenDr. med. Stephan Traidl / Dr. med. Sina Freimooser / Prof. Dr. med. Thomas Werfel
CME-Veranstaltungstyp
Qualifizierung durch Lernerfolgskontrolle
CME-Fortbildung für die Fachbereiche
Kosten Kostenfrei
CME-Fortbildungspartner
3.8/5 - (10 votes)

Bitte melden Sie sich an um das CME zu bewerten.

CME Views: 280

Ø 3.8 ( 10 votes )

Januskinaseinhibitoren zur Therapie der atopischen Dermatitis

Der JAK-STAT Signalweg ist in der Signalvermittlung von mannigfaltigen Zytokinen in der atopischen Dermatitis (AD) involviert. Januskinase (JAK) Inhibitoren hemmen einzelne rezeptorassoziierte Kinasen und unterbinden damit die Vermittlung entzündlicher Signale. Verschiedene JAKInhibitoren mit unterschiedlichem Wirkmechanismus, Wirkstärke und Sicherheit stellen mögliche Therapieoptionen der AD sowohl in topischer als auch systemischer Anwendung
dar. Der JAK1/2 Inhibitor Baricitinib war die erste Substanz aus dieser Wirkstoffklasse, die von der EMA für die systemische, orale Behandlung der AD zugelassen wurde.
Das klinische Entwicklungsprogramm der selektiven JAK1-Inhibitoren Upadacitinib und Abrocitinib ist mit positiven Ergebnissen für AD abgeschlossen. Der PAN-JAKInhibitor Delgocitinib war die erste Substanz, die für die topische Behandlung der AD (in Japan) zugelassen wurde. Dieser Übersichtsartikel umfasst die aktuelle Datenlage zu den in Studien befindlichen sowie zugelassenen JAK-Inhibitoren.

Die atopische Dermatitis (AD) stellt eine der häufigsten, chronisch entzündlichen Dermatosen dar und betrifft etwa 20% der Kinder und bis zu 7% der Erwachsenen [1, 2]. Gekennzeichnet durch den Pruritus als Kardinalsymptom, begleitenden Schlafstörungen und psychiatrische Erkrankungen als Komorbidität kommt es insbesondere bei moderater bis schwerer AD zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Alltags und folglich der Lebensqualität. Betrachtet man die verlorenen gesunden Lebensjahre (DALY = disability-adjusted life years), stellt die AD die Hauterkrankung mit der stärksten Beeinträchtigung der Lebenserwartung in guter Gesundheit dar [3]. Die Pathophysiologie der AD umfasst ein komplexes Zusammenspiel aus genetischer Prädisposition, Hautbarrieredefekten, wie ein erhöhter transepidermaler Wasserverlust (TEWL = transepidermal water loss) und einer gestörten Lipidzusammensetzung, Umweltfaktoren, wie Aeroallergene, und einer zugehörigen Inflammation [4]. Letztere ist gekennzeichnet durch eine Th2-Polarisation mit den zugehörigen Zytokinen IL4, IL-5, IL-13 und IL-31. Begleitend finden sich Th17- und Th22-Zellen und in chronischen Läsionen ebenfalls Th1-Zellen. Die Inflammation wird jedoch nicht nur durch T-Zellen geprägt, sondern ebenfalls durch Zytokine der Keratinozyten, wie TSLP (= thymic stromal lymphopoietin) und IL-17C, Zellen des angeborenen Immunsystems wie ILC2 (= innate lymphoid cells Typ 2) sowie dendritische Zellen.

 

[1] Langan SM, Irvine AD, Weidinger S. Atopic dermatitis. Lancet. 2020; 396: 345-360. CrossRef PubMed
[2] Barbarot S, Auziere S, Gadkari A, Girolomoni G, Puig L, Simpson EL, Margolis DJ, de BruinWeller M, Eckert L. Epidemiology of atopic dermatitis in adults: Results from an international survey. Allergy. 2018; 73: 1284-1293. CrossRef PubMed
[3] Hay RJ, Johns NE, Williams HC, Bolliger IW, Dellavalle RP, Margolis DJ, Marks R, Naldi L, Weinstock MA, Wulf SK, Michaud C, JL Murray C, Naghavi M. The global burden of skin disease in 2010: An analysis of the prevalence and impact of skin conditions. J Invest Dermatol. 2014; 134: 1527-1534. CrossRef PubMed
[4] Werfel T, Allam JP, Biedermann T, Eyerich K, Gilles S, Guttman-Yassky E, Hoetzenecker W, Knol E, Simon HU, Wollenberg A, Bieber T, Lauener R, Schmid-Grendelmeier P, Traidl-­Hoffmann C, Akdis CA. Cellular and molecular immunologic mechanisms in patients with atopic dermatitis. J Allergy Clin Immunol. 2016; 138: 336-349. CrossRef PubMed
[5] Traidl S, Werfel T, Heratizadeh A. New era of therapy. The German Dermatologist. 2019; 67: 448-460. [6] O’Shea JJ, Plenge R. JAK and STAT signaling molecules in immunoregulation and immune-mediated disease. Immunity. 2012; 36: 542-550. CrossRef PubMed

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten


Prof. Dr. med. Margitta Worm
  Ärztlicher Leiter

Prof. Dr. med. Margitta Worm

Dermatologie, Venerologie und Allergologie Campus Charité Mitte, Universitätsmedizin Berlin

CME-Veranstalter

Cogitando GmbH

Finanzieller Förderer

Konzept Gesundheit - 300€ - Akkreditierung

Zertifiziert bisMittwoch 6 Juli 2022
Zertifiziert durch Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
CME-Punkte 8 -
Berufsgruppe Arzt
AutorenProf. Dr. med. Margitta Worm
CME-Veranstaltungstyp
Qualifizierung durch Lernerfolgskontrolle
CME-Fortbildung für die Fachbereiche
Kosten Kostenfrei
CME-Fortbildungspartner
4.6/5 - (25 votes)

Bitte melden Sie sich an um das CME zu bewerten.

CME Views: 778

Ø 4.6 ( 25 votes )

Update Leitlinie zum Management IgEvermittelter Nahrungsmittelallergien

Wie werden Nahrungsmittelallergien nach ihrem Sensibilisierungsweg differenziert? Wie häufig sind Nahrungsmittelallergien? Was sind die Risikofaktoren einer Nahrungsmittelallergie? Wie ist die Prognose einer Nahrungsmittelallergie? Was sind die häufigsten Nahrungsmittelallergien?
Themen der Leitlinie: Epidemiologie und häufigste Auslöser, Prävention, Klinik und Differenzialdiagnostik, Diagnostik, Verlauf und Therapie, Empfehlungen zur Impfung bei Hühnereiallergie, Nahrungsmittel als Berufsallergien.

Die Leitlinie aus dem Jahre 2015 wurde von den Kapitelautoren nach Literatursuche in PubMed, Metaanalysen, klinischen Studien und anderen wissenschaftlichen Untersuchungen aktualisiert. Die Konsentierung der Überarbeitung erfolgte durch ein interdisziplinäres Expertengremium. Sie berücksichtigt die methodischen Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zur Entwicklung von Leitlinien für Diagnostik und Therapie und entspricht nach dem Dreistufenkonzept der AWMF einer S2k-Leitlinie [1]. Die DELPHI-Kriterien finden Berücksichtigung [2]. Die Empfehlungsstärken der einzelnen Empfehlungen werden in dieser Leitlinie durch standardisierte Formulierungen ausgedrückt (Tab. 1) [3].

Wie werden Nahrungsmittelallergien nach ihrem Sensibilisierungsweg differenziert? Wie häufig sind Nahrungsmittelallergien? Was sind die Risikofaktoren einer Nahrungsmittelallergie? Wie ist die Prognose einer Nahrungsmittelallergie? Was sind die häufigsten Nahrungsmittelallergien? Klassifikation Immunglobulin-E(IgE)-vermittelte Nahrungsmittelallergien werden in primäre und sekundäre Nahrungsmittelallergien eingeteilt, die unterschiedlich schwer verlaufen können. – Primäre Nahrungsmittelallergien entstehen primär (am ehesten) in Folge gastrointestinaler Sensibilisierungen auf vorwiegend stabile Nahrungsmittelallergene (Glyko-/Lipo-proteine). – Eine sekundäre Nahrungsmittelallergie entsteht infolge einer Sensibilisierung gegenüber Aeroallergenen (z. B. Pollenallergenen) mit anschließenden Reaktionen (sog. Kreuzallergien) auf strukturverwandte, häufig instabile Allergene in (pflanzlichen) Lebensmitteln.

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten


Prof. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe
  Ärztlicher Leiter

Prof. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe

Allergologie Allergie- u. Asthma Zentrum Westend

CME-Veranstalter

Cogitando GmbH

Finanzieller Förderer

Konzept Gesundheit - 300€ - Akkreditierung

Zertifiziert bisMittwoch 8 Juni 2022
Zertifiziert durch Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
CME-Punkte 2 -
Berufsgruppe Arzt
AutorenProf. Dr. med. Jörg Kleine-Tebbe / Dr. med. Juliane Ackermann-Simon / Dr. med. Gerald Hanf
CME-Veranstaltungstyp
Qualifizierung durch Lernerfolgskontrolle
CME-Fortbildung für die Fachbereiche
Kosten Kostenfrei
CME-Fortbildungspartner
5/5 - (1 vote)

Bitte melden Sie sich an um das CME zu bewerten.

CME Views: 569

Ø 5 ( 1 votes )

Molekulare Allergiediagnostik mit Pollen-Markerallergenen und -Panallergenen

Polysensibilisierungen gegenüber Baum-,Gräser- und Kräuterpollen zeigen ungefähr 20% der Pollenallergiker. Sie beruhen häufig auf breiten IgE-Kreuzreaktionen durch Pollen-Panallergene aus evolutionär stark konservierten Proteinfamilien: 1. Profiline, 2. Polcalcine (Ca++-bindende Proteine in Pollen), 3. Cyclophiline. Als hochkreuzreaktive Minorallergene kommen sie in sämtlichen
Pollen, aber auch pflanzlichen Nahrungsmitteln [1, 3] und anderen Organismen vor. Da klinisch selten relevant, erschweren sie die Diagnostik mit Allergenextrakten.
Eine molekulare Allergiediagnostik hilft hier, breite Kreuzreaktionen durch spezifisches IgE gegen Pollen-Panallergene (i.e. Profiline Bet v 2 oder Phl p 12, Polcalcine Bet v 4 oder Phl p 7, zukünftig Cyclophiline Bet v 7 oder Ole e 15) von primären Sensibilisierungen mit Hilfe sogenannter Marker-Allergene gegen wichtige Pollen-Majorallergene zu unterscheiden.

Die Abweichungen zwischen Pollenextrakt-Diagnostik im Prick-Test und molekularer spezifischer IgE-Diagnostik werden anhand des vorgestellten Konzepts erläutert.

Bei Pollenallergikern mit Polysensibilisierungen ist die Allergiediagnostik erschwert. Häufig liegen Testreaktionen in sämtlichen Pollengruppen (Baum-, Gräserund Kräuterpollen) breite Kreuzreaktionen zugrunde. Ursache sind IgE-Sensibilisierungen gegen sogenannte Pollen-Panallergene [1, 2], die wahrscheinlich in allen Pollen unabhängig von ihrer allergologischen Bedeutung vorkommen. Bisher bekannte Vertreter, allesamt Minorallergene mit großer Ähnlichkeit innerhalb ihrer Familie, sind evolutionär stark konservierte Proteine: – Profiline, in allen Pollen und vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln (zum Beispiel Melone, Banane, u. v. a.) [3], aber auch andere Organismen. IgE-positiv sind ca. 15 – 20% aller Pollenallergiker in unseren Breiten [1], in Südeuropa allerdings deutlich höhere Anteile [3]. – Polcalcine, Ca++-bindende Proteine (CBP) in sämtlichen Pollen [4], IgE-positiv sind ca. 5% der hiesigen Pollenallergiker [1]. – Cyclophiline, in Pollen [5] und pflanzlichen Nahrungsmitteln [6], aber auch anderen Organismen [5, 7]. Die Häufigkeit von IgE-Sensibilisierungen gegen Cyclophiline unter Pollenallergikern ist unklar.

 

[1] Kleine-Tebbe J, Jakob T. Molekulare Allergiediagnostik. Berlin – Heidelberg: Springer-Verlag: 2015.
[2] Matricardi PM, Kleine-Tebbe J, Hoffmann HJ, Valenta R, Hilger C, Hofmaier S, Aalberse RC, Agache I, Asero R, Ballmer-Weber B, Barber D, Beyer K, Biedermann T, Bilò MB, Blank S, Bohle B, Bosshard PP, Breiteneder H, Brough HA, Caraballo L, et al. EAACI Molecular Allergology User’s Guide. Pediatr Allergy Immunol. 2016; 27 (Suppl 23): 1-250.
[3] Rodríguez Del Río P, Díaz-Perales A, SánchezGarcía S, Escudero C, Ibáñez MD, Méndez-Brea P, Barber D. Profilin, a Change in the Paradigm. J Investig Allergol Clin Immunol. 2018; 28: 1-12.
[4] Asero R, Mistrello G, Amato S. IgE Reactivity to Polcalcins Varies According to Pollen Source. J Investig Allergol Clin Immunol. 2016; 26: 362- 365.
[5] Cadot P, Nelles L, Srahna M, Dilissen E, Ceuppens JL. Cloning and expression of the cyclophilin Bet v 7, and analysis of immunological cross-reactivity among the cyclophilin A family. Mol Immunol. 2006; 43: 226-235.
[6] Mattsson L, Valcour A, Holmqvist M, Larsson H, Lidholm J. Cyclophilin – A novel cross-reactive determinant in peanut. Clin Exp Allergy. 2021; 51: 620-622.

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten


Univ.-Prof. Dr. Dr. Johannes Ring
  Ärztlicher Leiter

Univ.-Prof. Dr. Dr. Johannes Ring

Dermatologie und Allergologie Klinikum rechts der Isar, Technische Universtität München

CME-Veranstalter

Cogitando GmbH

Finanzieller Förderer

Konzept Gesundheit - 300€ - Akkreditierung

Zertifiziert bisMittwoch 25 Mai 2022
Zertifiziert durch Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
CME-Punkte 8 -
Berufsgruppe Arzt
AutorenUniv.-Prof. Dr. Dr. Johannes Ring / Prof. Dr. med. Thomas Werfel / et al.
CME-Veranstaltungstyp
Qualifizierung durch Lernerfolgskontrolle
CME-Fortbildung für die Fachbereiche
Kosten Kostenfrei
CME-Fortbildungspartner
4.3/5 - (20 votes)

Bitte melden Sie sich an um das CME zu bewerten.

CME Views: 885

Ø 4.3 ( 20 votes )

Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021

Unter Anaphylaxie versteht man eine akute systemische Reaktion mit Symptomen einer allergischen Sofortreaktion, die den ganzen Organismus erfassen kann und potenziell lebensbedrohlich ist.
Auch wenn Anaphylaxie in ihrer Symptomatik hoch akut abläuft, liegt dem Ereignis eine chronische Erkrankung zugrunde, da es durch die zugrundeliegende Fehlsteuerung des Immunsystems jederzeit erneut zu Reaktionen kommen kann, was teilweise gravierende Auswirkungen psychischer und organisatorischer Art auf den Alltag von Betroffenen hat.

Anaphylaktische Reaktionen gehören zu den schwersten und potenziell lebensbedrohlichen, dramatischen Ereignissen in der Allergologie. Die Akutbehandlung wird auf der Grundlage von internationalen Leitlinien und Empfehlungen von Lehrbüchern durchgeführt. Die vorliegende Leitlinie aktualisiert frühere Versionen von 1994, 2007 und 2014 und berücksichtigt internationale Leitlinien.

S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (AeDA), der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), der Deutschen Akademie für Allergologie und Umweltmedizin (DAAU), des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI), der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI), der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI), der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Deutschen Gesellschaft für Pharmakologie (DGP), der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der Patientenorganisation Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) und der Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxie – Training und Edukation (AGATE)

Der Artikel enthält vollständige Leitlinien für die Akutbehandlung und das Management der Anaphylaxie. Das Update 2021 richtet sich an alle Angehörigen der Gesundheitsberufe und andere Angehörige der Gesundheitsberufe, die an der Akutbehandlung, Diagnose und Beratung von Patienten mit Anaphylaxie beteiligt sind.

Alle Autoren: J. Ring, K. Beyer, T. Biedermann, A. Bircher, M. Fischer, T. Fuchs, A. Heller, F. Hoffmann, I. Huttegger, T. Jakob, L. Klimek, M.V. Kopp, C. Kugler, L. Lange, O. Pfaar, E. Rietschel, F. Rueff, S. Schnadt, R. Seifert, B. Stöcker, R. Treudler, C. Vogelberg, T. Werfel, M. Worm, H. Sitter und K Brockow

 

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten


Prof. Dr. med. Margitta Worm
  Ärztlicher Leiter

Prof. Dr. med. Margitta Worm

Dermatologie, Venerologie und Allergologie Campus Charité Mitte, Universitätsmedizin Berlin

CME-Veranstalter

Cogitando GmbH

Finanzieller Förderer

Konzept Gesundheit – 300 Euro - Akkreditierung

Zertifiziert bisFreitag 8 April 2022
Zertifiziert durch Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
CME-Punkte 2 -
Berufsgruppe Arzt
AutorenProf. Dr. med. Margitta Worm / Dr. rer. medic. Sabine Dölle-Bierke / Dr. rer. nat. Christiane Schäfer
CME-Veranstaltungstyp
Qualifizierung durch Lernerfolgskontrolle
CME-Fortbildung für die Fachbereiche
Kosten Kostenfrei
CME-FortbildungspartnerCogitando GmbH
4.4/5 - (5 votes)

Bitte melden Sie sich an um das CME zu bewerten.

CME Views: 847

Ø 4.4 ( 5 votes )

Anaphylaxie: Risikoeinschätzung der veganen Lebensmittel

Der Artikel beleuchtet das mögliche Anaphylaxie-Risiko verschiedener veganer Lebensmittel unter besonderer Betrachtung ihres Proteingehalts. Allergologisch ist die Kenntnis über mögliche Verwendungsarten von Proteinisolaten und deren Vielfalt von Vorteil. Anhand der Bewertung veganer Produkte gibt dieser Artikel einen ersten Einblick in die Vielschichtigkeit der Zutaten und versucht ein mögliches allergologisches Risiko abzuleiten.

Es ist ein zunehmender Trend für eine vegane Ernährung sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zu verzeichnen. Vegane Proteinisolate stehen dabei besonders im Fokus, da ihr Einsatz im Rahmen einer veganen Ernährung üblich ist, um eine ausgeglichene Nährstoffbilanz der Kostform zu ermöglichen. Durch die Notwendigkeit dieser Nahrungsergänzung verschiedener Nährstoffe, der unzureichenden Studienlage und uneinheitlichen Dosierungsangaben für eine Supplementation sehen deutsche und österreichische Fachgesellschaften in ihren aktuellen Stellungnahmen die vegane Ernährung in Wachstumsphasen kritisch [1, 2, 3].

Amerikanische Fachgesellschaften schätzen die gesundheitlichen Vorteile der vegetarischen und veganen Kostform für die Prävention von bestimmten Erkrankungen [4, 5]. Gleichwohl betonen alle Fachgesellschaften unisono, dass die Umsetzung einer dezidierten Planung und Kontrolle bedarf. Dabei sind Möglichkeiten der Proteinanreicherungen aus ernährungsphysiologischer und Herstellersicht unverzichtbar [6].

[1] Biesalski HK, Kalhoff H. Kontra vegane Ernährung in kindlichen Wachstumsphasen – ein ernährungsmedizinischer Kommentar. Aktuel Ernährungsmed. 2020; 45: 104-113.
[2] Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde. 2018.
[3] Richter M, Boeing H, Grünewald-Funk D,Heseker H, Kroke A, Leschik-Bonnet E, et al. Vegan diet. Position of the German Nutrition Society (DGE). Ernahr-Umsch. 2016; 63: 92-102
[4] Amit M. Vegetarian diets in children and adolescents. Position statement of the Canadian Pediatric Society. Paediatr Child Health. 2010; 15: 303-
308.
[5] Melina V, Craig W, Levin S. Position of the academy of nutrition and dietetics: vegetarian diets. J
Acad Nutr Diet. 2016; 116: 1970-1980.
[6] Weiß M. Nationale Reduktionsstrategie und gesunde Ernährung. Monatsschr Kinderheilkd.2018

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten


Dr. med. Annice Heratizadeh
  Ärztlicher Leiter

Dr. med. Annice Heratizadeh

Koordination der Lehre der Klinik, Stellvertretender PI in klinischen Studien Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

CME-Veranstalter

Cogitando GmbH

Finanzieller Förderer

Konzept Gesundheit - 300€ - Akkreditierung

Zertifiziert bisFreitag 8 April 2022
Zertifiziert durch Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
CME-Punkte 4 -
Berufsgruppe Arzt
AutorenDr. med. Annice Heratizadeh / Dr. rer. medic. Sabine Dölle-Bierke / Dr. med. Wojciech Francuzik / Dr. phil. nat. Melanie Albrecht / Prof. Dr. med. Margitta Worm
CME-Veranstaltungstyp
Qualifizierung durch Lernerfolgskontrolle
CME-Fortbildung für die Fachbereiche
Kosten Kostenfrei
CME-FortbildungspartnerCogitando GmbH
3.6/5 - (10 votes)

Bitte melden Sie sich an um das CME zu bewerten.

CME Views: 807

Ø 3.6 ( 10 votes )

Einsatz von Biologika zur Therapie der Nahrungsmittelallergie

Die Nahrungsmittelallergie ist eine häufige Erkrankung mit leichten bis schwereren Symptomen. Kinder sind häufiger betroffen. Die Behandlung umfasst die Akuttherapie bei Reaktionen und Allergiekarenz im Langzeitmanagement, die jedoch oftmals die Lebensqualität von Patienten beeinflusst. In der vorliegenden Arbeit werden aktuelle Entwicklungen zum Einsatz der Immuntherapie bei der Nahrungsmittelallergie dargestellt und es wird ausführlich von Studien zum Einsatz von Biologika allgemein bzw. speziell zu anti-IgE bei der Nahrungsmittelallergie berichtet. Derzeit befinden sich zwei Immuntherapieformen (epikutane und orale Immuntherapie) in der klinischen Entwicklung zur Behandlung einer Nahrungsmittelallergie mit guter Verträglichkeit und einer Wirksamkeit im Sinne einer erhöhten oralen Schwellendosis. Aktuelle Studien zum Einsatz von Biologika, hier vor allem anti-IgE zur Behandlung der Nahrungsmittelallergie zeigen vielversprechende Ergebnisse bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Die Nahrungsmittelallergie ist eine häufige Erkrankung und betrifft ca. 5 – 6% der Kinder [1] und 2 – 3% der Erwachsenen [2]. Die Symptome einer Nahrungsmittelallergie können mild im Sinne eines oralen Allergiesyndroms, welches häufiger bei Erwachsenen im Rahmen einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie vorkommt, auftreten oder sich als systemische Reaktion im Sinne einer Anaphylaxie manifestieren. Daten aus dem Anaphylaxie-Register zeigen, dass bei einer nahrungsmittelabhängigen Anaphylaxie am häufigsten Hautsymptome, gefolgt von respiratorischen Symptomen auftreten, während gastrointestinale Symptome bei ca. 50% der Betroffenen und Herz-KreislaufSymptome bei 40% zu finden sind [3]. Einer Nahrungsmittelallergie liegt ein IgE-vermittelter Mechanismus zu Grunde, mastzellgebundenes IgE wird bei Aufnahme des Allergens kreuzvernetzt und führt zu einer Freisetzung der Mastzellmediatoren, wie Histamin, Leukotrienen und weitere, die ihrerseits die klinischen Reaktionen hervorrufen. Die Behandlung einer Nahrungsmittelallergie umfasst neben akuttherapeutischen Maßnahmen im Falle einer Reaktion bei Aufnahme des Nahrungsmittels die konsequente Meidung im Sinne einer Allergenkarenz [4]. Dies führt bei Betroffenen zu einer erheblichen Belastung der Lebensqualität. Aufgrund akzidenteller Aufnahme von Nahrungsmittelallergenen treten bei bis zu 30% der Nahrungsmittelallergiker wiederholte Reaktionen auf. Obgleich ein tödlicher Ausgang einer Nahrungsmittelallergie ein seltenes Ereignis darstellt, wird immer wieder über Todesfälle, besonders im Kindesalter,

 

[1] Roehr CC, Edenharter G, Reimann S, Ehlers I, Worm M, Zuberbier T, Niggemann B. Food allergy and non-allergic food hypersensitivity in children and adolescents. Clin Exp Allergy. 2004; 34: 1534-1541. CrossRef PubMed
[2] Zuberbier T, Edenharter G, Worm M, Ehlers I, Reimann S, Hantke T, Roehr CC, Bergmann KE, Niggemann B. Prevalence of adverse reactions to food in Germany – a population study. Allergy. 2004; 59: 338-345. CrossRef PubMed
[3] Worm M, Moneret-Vautrin A, Scherer K, Lang R, Fernandez-Rivas M, Cardona V, Kowalski ML, Jutel M, Poziomkowska-Gesicka I, Papadopoulos NG, Beyer K, Mustakov T, Christoff G, Bilò MB, Muraro A, Hourihane JO, Grabenhenrich LB. First European data from the network of severe allergic reactions (NORA). Allergy. 2014; 69: 1397-1404. CrossRef PubMed
[4] Worm M, Reese I, Ballmer-Weber B, Beyer K, Bischoff SC, Classen M, Fischer PJ, Fuchs T, Huttegger I, Jappe U, Klimek L, Koletzko B, Lange L, Lepp U, Mahler V, Niggemann B, Rabe U, Raithel M, Saloga J, Schäfer C, et al. Guidelines on the management of IgE-mediated food allergies: S2kGuidelines of the German Society for Allergology and Clinical Immunology (DGAKI) in collaboration with the German Medical Association of Allergologists (AeDA), the German Professional Association of Pediatricians (BVKJ), the German Allergy and Asthma Association (DAAB), German Dermatological Society (DDG), the German Society for Nutrition (DGE), the German Society for Gastroenterology, Digestive and Metabolic Diseases (DGVS), the German Society for OtoRhino-Laryngology, Head and Neck Surgery, the German Society for Pediatric and Adolescent Medicine (DGKJ), the German Society for Pediatric Allergology and Environmental Medicine (GPA), the German Society for Pneumology (DGP), the German Society for Pediatric Gastroenterology and Nutrition (GPGE), German Contact Allergy Group (DKG), the Austrian Society for Allergology and Immunology (Æ-GAI), German Professional Association of Nutritional Sciences (VDOE) and the Association of the Scientific Medical Societies Germany (AWMF). Allergo J Int. 2015; 24: 256-293. CrossRef PubMed

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten


Prof. Dr. med. Wolfgang Pfützner
  Ärztlicher Leiter

Prof. Dr. med. Wolfgang Pfützner

Leitender Oberarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie Philipps Universität Marburg

CME-Veranstalter

Cogitando GmbH

Finanzieller Förderer

Konzept Gesundheit - 300 Euro - Akkreditierung

Zertifiziert bisSamstag 5 Februar 2022
Zertifiziert durch Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
CME-Punkte 2 -
Berufsgruppe Arzt
AutorenProf. Dr. med. Wolfgang Pfützner / Dr. med. Victoria Mortasawi
CME-Veranstaltungstyp
Qualifizierung durch Lernerfolgskontrolle
CME-Fortbildung für die Fachbereiche
Kosten Kostenfrei
CME-FortbildungspartnerCogitando GmbH
3.8/5 - (22 votes)

Bitte melden Sie sich an um das CME zu bewerten.

CME Views: 1046

Ø 3.77 ( 22 votes )

Diagnostik der Insektengiftallergie unter besonderer Berücksichtigung des Stellenwerts kutaner Testungen

Bis zu 3% der Bevölkerung entwickeln eine Anaphylaxie auf Insektenstiche durch Hymenopteren, zu denen die Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen gehören. Der Diagnostik der Hymenopterengiftallergie kommt eine hohe Bedeutung insbesondere in Hinblick auf die Identifizierung des ursächlichen Insekts und des zugrunde liegenden immunologischen Mechanismus zu. Zur Verfügung stehen hier die IgE-Analytik und Hauttests. Hauttests sind einfach, schnell und relativ kostengünstig durchzuführen und können wertvolle diagnostische Informationen liefern. Zur korrekten Durchführung und Interpretation der Ergebnisse ist entsprechendes allergologisches Wissen erforderlich.

Nach dem Stichereignis einer Biene oder Wespe kommt es in den meisten Fällen zu keinerlei klinisch relevanten Symptomen. Bei bis zu 25% kann sich allerdings eine gesteigerte örtliche Reaktion zeigen (lokale Schwellung > 10 cm Durchmesser, über 24 Stunden anhaltend). Circa 3,5% der Bevölkerung entwickeln eine systemische allergische Reaktion vom Soforttyp [1]. Ausgelöst wird diese durch Bindung des Bienen- oder Wespengifts an IgE-Antikörper auf Mastzellen, was zur Degranulation mit Freisetzung von Histamin und weiteren Mediatoren führt. Histamin wirkt unter anderem vasodilatierend und erhöht die Gefäßpermeabilität, wodurch es zu typischen Symptomen wie Urtikaria, Angioödem, Juckreiz, Dyspnoe und Kreislaufdepression kommt [2].

Die Diagnostik einer Hymenopterengift (HG)-Allergie kann selbst den erfahrenen Allergologen vor eine Herausforderung stellen. Ursächlich hierfür sind die zumeist nicht eindeutige anamnestische Identifikation des allergieauslösenden Insekts [3], die weit verbreitete (bei circa 25 – 40% der Erwachsenen und bis zu 50% der Kinder), in der Regel klinisch nicht relevante HG-Sensibilisierung [1] sowie kreuzreaktive Doppelsensibilisierungen [4, 5] auf der einen Seite, der allmähliche Verlust HG-spezifischer IgE-Antikörper im Serum bei fehlendem erneuten Stichereignis auf der anderen Seite [6]. Die vorliegende Arbeit soll daher einen Überblick über die diagnostischen Möglichkeiten bei der Abklärung einer HG-Allergie geben und den Stellenwert der jeweiligen Verfahren evaluieren, wobei ein besonderer Fokus auf die kutanen Testungen gelegt wird.

[1] Jakob T, Rafei-Shamsabadi D, Spillner E, Müller S. Diagnostics in Hymenoptera venom allergy: current concepts and developments with special focus on molecular allergy diagnostics. Allergo J Int. 2017; 26: 93-105. 
[2] Przybilla B, Ruëff F, Walker A, Räwer H-C, Aberer W, Bauer CP, Berdel D, Biedermann T, Brockow K, Forster J, Fuchs T, Hamelmann E, Jakob T, Jarisch R, Merk HF, Müller U, Ott H, Sitter W, Urbanek R, Wedi B. Diagnose und Therapie der Bienen- und Wespengiftallergie. Allergo J. 2011; 20: 318-339.
[3] Baker TW, Forester JP, Johnson ML, Stolfi A, Stahl MC. The HIT study: Hymenoptera identification test – how accurate are people at identifying stinging insects? Ann Allergy Asthma Immunol. 2014; 113: 267-270.
[4] Egner W, Ward C, Brown DL, Ewan PW. The frequency and clinical significance of specific IgE to both wasp (Vespula) and honey-bee (Apis) venoms in the same patient. Clin Exp Allergy. 1998; 28: 26-34.
[5] Hemmer W. Kreuzreaktionen zwischen den Giften von Hymenopteren unterschiedlicher Familien, Gattungen und Arten. Hautarzt. 2014; 65: 775- 779.

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten


Prof. Dr. med. Thomas Werfel
  Ärztlicher Leiter

Prof. Dr. med. Thomas Werfel

Facharzt für Dermatologie Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

CME-Veranstalter

Cogitando GmbH

Finanzieller Förderer

Konzept Gesundheit - 300 Euro - Akkreditierung

Zertifiziert bisSamstag 5 Februar 2022
Zertifiziert durch Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
CME-Punkte 2 -
Berufsgruppe Arzt
AutorenProf. Dr. med. Thomas Werfel / Dr. med. Paula Kage / Prof. Dr. med. Regina Treudler
CME-Veranstaltungstyp
Qualifizierung durch Lernerfolgskontrolle
CME-Fortbildung für die Fachbereiche
Kosten Kostenfrei
CME-FortbildungspartnerCogitando GmbH
3.8/5 - (11 votes)

Bitte melden Sie sich an um das CME zu bewerten.

CME Views: 1176

Ø 3.82 ( 11 votes )

Atopische Dermatitis und psychosoziale Komorbiditäten – Was gibt’s Neues?

Die atopische Dermatitis (AD) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der in den letzten Jahren eine Reihe an assoziierten psychosozialen Erkrankungen in den Fokus der Forschung gerückt sind. Dieser Artikel soll eine Übersicht zu den aktuellen Daten geben. Hierzu erfolgten eine systematische Literaturrecherche in PubMed für den Zeitraum vom 01.01.2018 bis 01.03.2020. Bei Patienten mit AD wird über ein gehäuftes Auftreten von Depression, Angststörung und Aufmerksamkeitsdefizits-/Hyperaktivitätsstörung berichtet. Weniger gut untersucht ist der Zusammenhang zwischen AD und Erkrankungen wie Schizophrenie, Essstörung und Zwangsstörung. Bezüglich der psychosozialen Komorbiditäten gibt es einen hohen Forschungsbedarf, gerade auch im Hinblick auf die Entstehung dieser Komorbiditäten und  den  Einfluss  von  neuen  Therapien  auf diese.

Patienten mit AD hatten in weltweiten Studien im Vergleich zu Nichtbetroffenen mit 9,3 – 44,3% eine deutlich erhöhte Prävalenz an Depressionen [2, 11, 12, 17, 18, 19, 22, 28, 30, 46, 47, 48], wobei das Risiko 1,14- bis 2,86-fach erhöht war [11, 12, 13, 29, 33]. Patienten mit AD hatten auch signifikant häufiger Angststörungen [18] (Prävalenz 3,31 – 26,2% [2, 12, 28], 1,74- bis 3-fach erhöhtes Risiko [12, 29, 45]). Wenn Depression und Angststörung gemeinsam erfasst wurden, zeigten sich ebenfalls erhöhte Prävalenzen von 40 – 50,2% [37, 39, 40, 41, 42] mit einem 1,11- bis 2,34-fach erhöhten Risiko für ein Auftreten [5, 37, 40]. Viele Studien zeigten eine positive Korrelation der Schwere der AD mit der Schwere psychischer Erkrankungen sowie mit der Einnahme von Antidepressiva und Anxiolytika.

 

[11] Cheng BT, Silverberg JI. Depression and psychological distress in US adults with atopic dermatitis. Ann Allergy Asthma Immunol. 2019; 123:
179-185.
[12] Chiesa Fuxench ZC, Block JK, Boguniewicz M, Boyle J, Fonacier L, Gelfand JM, Grayson MH, Margolis DJ, Mitchell L, Silverberg JI, Schwartz
L, Simpson EL, Ong PY. Atopic dermatitis in america study: a cross-sectional study examining the prevalence and disease burden of atopic dermatitis in the US adult population. J Invest Dermatol.
2019; 139: 583-590.
[13] Choi HM, Kim D, Lee W, Kim H. Estimating causal associations of atopic dermatitis with depression using the propensity score method: an analysis
of Korea Community Health Survey data, 2010-2013. Epidemiol Health. 2018; 40: e2018059 McKenzie C, Silverberg JI. Association of family structure with atopic dermatitis in US children. J
Am Acad Dermatol. 2018; 79: 638-644.e4 
[33] Schonmann Y, Mansfield KE, Hayes JF, Abuabara K, Roberts A, Smeeth L, Langan SM. Atopic eczema in adulthood and risk of depression and anxiety: a population-based cohort study. J Allergy Clin Immunol Pract. 2020; 8: 248-257.e16

Bitte melden Sie sich an, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten


Beliebte CME-Fortbildungen zum Erwerb von CME-Punkten. Medcram.de ist eine Initiative der Cogitando GmbH zur Unterstützung und Förderung von internetbasierter Fortbildungen im Rahmen der Fortbildungsverpflichtung für Ärztinnen und Ärzte und Apotheker und deren Mitarbeiter. Praxisorientierte und neutrale videogestützte Folienvorträge mit renommierten Referenten und aktuellen Updates wissenschaftlicher Erkenntnisse, neue Leitlinien geben einen Überblick zu Therapiemöglichkeiten bei Patienten in der Praxis. Interaktive eTutorials, Audio-Podcasts bequem auf dem Smartphone nutzen. Alle Kursinhalte wurden auf Grundlage aktuell gültiger Leitlinien erstellt, sind unabhängig, aktuell und kostenlos! Testen Sie Ihr Wissen und sammeln Sie Fortbildungspunkte bei aktuellen CME-Kursen!