Arzt -CME: Parkinson und Bewegungsstörungen – Neues aus der Neuroimmunologie

CME-Fortbildung-für Arzt Parkinson und Bewegungsstörungen – Neues aus der Neuroimmunologie

Autoimmunenzephalitiden sind autoimmun-entzündliche Erkrankungen der grauen Substanz des zentralen Nervensystems (Limbisches System, Neokortex, Basalganglien, Kleinhirn und Hirnstamm). Sie führen zu verschiedenen neurologischen Symptomen wie epileptischen Anfällen, dementiellen Symptomen, Bewegungs- und Koordinationsstörungen und auch psychiatrischen Störungen, wie Apathie, Depression, Angst oder Halluzinationen. Die Abläufe bei der Entstehung von Autoimmunenzphalitiden, die unbehandelt in spontane epileptische Anfällen im Sinne einer Epilepsie führen, sind weitgehend bekannt. Es existieren jedoch bisher nur wenige Studien zur Immuntherapie der verschiedenen Autoimmunenzephalitiden. Das therapeutische Vorgehen orientiert sich daher an den Konzepten bei anderen chronisch-entzündlichen ZNS-Erkrankungen und besteht aus einer Kombination von Antikörperentfernung mittels Plasmapherese/Immunadsorption, immunsuppressiver Therapie, symptomatischer antikonvulsiver, antidepressiver und antipsychotischer Therapie sowie ggf. adäquater Tumortherapie.
Für die neuro-degenerativen Erkrankungen Multiple Sklerose, Alzheimer, Parkinson-Syndrom oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) gibt es bisher trotz jahrelanger Forschung noch keine wirksamen Kausaltherapien. Ein neuer Ansatz in der Erforschung dieser Erkrankungen und dem Verständnis der zugrundliegenden Pathomechanismen stellt die neuroimmunologisch orientierte Forschung dar. Am Beispiel der multiplen Sklerose werden Aspekte der Immunregulation, der Interaktion des Immunsystems mit dem Nervensystem sowie der Immunzellwanderung dargestellt. Neue Biomarker sollen die Früherkennung erleichtern sowie die Prognose und den Therapieerfolg verbessern. Das Verständnis der immunologischen Prozesse hilft, die Entwicklung neuartiger Immuntherapien bei MS aber auch bei Alzheimer-Demenz sowie der Parkinson-Erkrankung voranzutreiben.
Das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) ist eine chronische, progrediente neurodegenerative Erkrankung, die durch Bewegungsverlangsamung (Bradykinese), Rigor, Tremor und Haltungsinstabilität gekennzeichnet ist. Die Prävalenz liegt bei 100 bis 200 pro 100.000 Einwohnern.

Die Fortbildung informiert in zwei Teilen über "Parkinson und Bewegungsstörungen – Neues aus der Neuroimmunologie"


1. Autoimmunenzephalitiden: Orientierungshilfe im Antikörperdschungel (PD Dr. Nico Melzer)
2. Neurologie 3.0: Neuroimmunologie vs. Neurodegeneration (Prof. Prof. h. c. Dr. Heinz Wiendl)