Medcram-Lernmodul | Allergenimmuntherapie

bei Baumpollenallergie lindert allergische Rhinitis und reduziert Asthmarisiko

  Autoren/Autorinnen: Dr. med. P. Zieglmayer / Prof. Dr. med. M. Worm / Dr. med. M. Gerstlauer


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Baumpollen, hauptsächlich Birke, Erle und Hasel, sind bedeutende Auslöser von Atemwegserkrankungen. Die sublingual angewandte Allergenimmuntherapie (AIT) verringert effektiv und langfristig den Einsatz von Antisymptomatika und Antiasthmatika.
Die Prävalenz einer Baumpollensensibilisierung in Deutschland ist hoch: etwa 13 Millionen Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene leiden saisonal an allergischen Reaktionen gegen Baumpollen. Konventionelle Therapien wie medikamentöse Symptomatika lindern zwar die typischen Allergiesymptome wie allergische Rhinitis, Juckreiz, Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein, behandeln aber nicht die ursächliche immunologische Überreaktion. Um dem sogenannten „Etagenwechsel“ von einer allergischen Rhinitis hin zum Asthma vorzubeugen, empfehlen Leitlinien eindeutig, die Ursache der Krankheit sehr früh zu behandeln.
Die sublinguale Allergenimmuntherapie (SLIT) wirkt anhaltend und effektiv im Therapiealltag. Bis zu 6 Jahre nach Behandlungsende verringerte die Behandlung mit der spezifischen Immuntherapie gegen Baumpollen den Einsatz von Antisymptomatika um etwa 75% und reduzierte den Einsatz von Antiasthmatika um 54%. Darüber hinaus wirkte die Baumpollen-SLIT Behandlung präventiv: die Wahrscheinlichkeit, erstmalig Antiasthmatika zu erhalten, war bei den behandelten Patienten um ca. 34% geringer.
Themen: Prävalenz und Krankheitslast von allergischen Erkrankungen in Deutschland, typische Symptomatik und Lebensqualität, allergische Rhinitis als Risikofaktor für die Entwicklung von Asthma, evidenzbasierte Behandlung allergischer Atemwegserkrankungen, klinische Daten zu Effektivität, Sicherheit und Verträglichkeit, klinische Studienlage zum Einsatz der sublingualen Allergenimmuntherapie (SLIT) bei Kindern.

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