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Medcram-Lernmodul | Gynäkologie-Update 1: Mütterliches

Folat und Cholin für die prä- und postnatale Kindesentwicklung relevanter denn je

  Autoren/Autorinnen: Prof. Dr. med Berthold Koletzko / Jürgen Wolters / Prof. Dr. med. Franz Kainer / Prof. Dr. rer. med. Rima Obeid


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Die Ernährungsweise der Mutter hat einen bedeutenden Einfluss auf den Schwangerschaftsverlauf und die gesunde Entwicklung des Kindes. Auswirkungen von fetaler Ernährung können bis ins Erwachsenenleben und folgende Generationen andauern.
Ein Mangel an Mikronährstoffen kann zu Geburtsfehlern, wie z.B. Neuralrohrdefekten führen. Neuralrohrdefekte, wie die Spina bifida, sind mit ca. einem Fall pro 1000 Neugeborenen in Deutschland die häufigsten angeborenen Fehlbildungen des Zentralnervensystems: jährlich werden bis zu 800 Säuglinge mit NRD lebend geboren, hinzu kommen weitere etwa 500 abgebrochene Schwangerschaften nach entsprechender pränataler Diagnose.  Obwohl dieser Zusammenhang bekannt ist, weisen Frauen und Schwangere häufig einen Mangel auf:  
•    40–98% Schwangere weisen einen Vitamin D Mangel auf
•    Frauen in Deutschland nehmen weniger als 75% der empfohlene Menge an Eisen auf
•    90% haben einen zu niedrigen Folsäurespiegel im Blut als empfohlen, um Neuralrohrdefekten vorzubeugen
•    der erhöhte Cholinbedarf kann während der Schwangerschaft oft nicht gedeckt werden
•    die zunehmende Popularität von vegetarischer/veganer Ernährung kann Mikronährstoffmangel verstärken
Eine zu hohe Kalorienzufuhr und starkes mütterliches Übergewicht wiederum begünstigen hohes kindliches Geburts-und Übergewicht sowie Diabetes mellitus Ty 2 in späteren Jahren.

Teil 1 der Fortbildung erläutert die Rolle von Folsäure und Folsäuresupplementierung und diskutiert neue Erkenntnisse des Folsäuremangels bei Präeklampsie und fetalen Fehlbildungen, wie Neuralrohrdefekten, angeborenen Herzfehlern (AHF) und Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Cholin ist ein Schlüsselnährstoff, der die neuronale Entwicklung während der ersten 1.000 Tage unterstützt. Aktuelle Daten zur Synthese, zu den Wirkmechanismen (Epigenetik) sowie zum Einsatz von Cholin beim Fetalen Alkoholsyndrom werden vorgestellt. Ein Cholinmangel wird in Zusammenhang mit Präeklampsie, Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Geburtsfehlern und eingeschränkten postnatalen, kognitiven Fähigkeiten gebracht.

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Simone Rodenbücher

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Prof. Dr. med Berthold Koletzko

Ärztlicher Leiter

Prof. Dr. med Berthold Koletzko

FA Kinder- und Jugendmedizin Dr. v. Haunersches Kinderspital

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